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Historie "Minsderer Kerb"
Seit dem Mittelalter ist es Brauch den Tag der Weihe der Kirche im Ort zu feiern. Dieses Fest wird je nach Region Kerb, Kerwe, Kirmes oder Kirchweih genannt. Unsere Kerb in Münster geht auf die Weihe der St. Michaels Kirche im Jahre 1786 zurück. Seit diesem Jahr wird am Sonntag nach der Kreuzerhöhung (14. Sept.) das ist in der Regel der dritte Sonntag im September, in Münster das Kirchweihfest, also die "Minsderer Kerb" gefeiert.
Viel Sitten und Gebräche wurden seither überliefert. So wurden zu diesem Feste Kerbtänze und Umzüge ausgerichtet, einen Kerbbaum aufgestellt und den Kerbkranz am Festlokal aufgehängt, wo dann im Kerbspruch die Ereignisse im Ort in witzigen und spöttischen Reimen dargebracht wurden. Die Burschen die in dem Jahr die Volljährigkeit feierten, wurden zu den Hauptpersonen der Kerb, den Kerbborschen. In Münster zogen die Kerbborsche mit Kerbfahne und Kerbpuppe durch die Straßen. Gekleidet waren die Kerbborsche meist in dunkler Hose, weißem Hemd, einer Kappe, Schiffchen oder Strohhut und einer bunten Schärpe mit Aufschrift des Jahrgangs. In den letzten 30-40 Jahren wurde dies in eine Mottokleidung abgewandt. Es gab z.B. je nach örtlichen oder sonstigen Ereignissen in dem Jahr Kleidung als: Bauarbeiter, Schlümpfe, Schulbuben, Sträflinge, Gärtner, Wikinger, Schotten usw. Weiter Symbole der Kerb in Münster ist der Ortschlüssel, der von "Kerbvadder" mitgeführt wird und die alte Luftschutzsirene, die meist vom "Kerbwatz" betätigt wird. Bei Verlust eines der Kerbsymbole an frühere Kerbborsche ist dann eine Auslöse zu zahlen, meist in Form eines "Kerbsche oder einer Kiste Bier".
Gefeiert wurde die Kerb in der Kirche mit festlichen Gottesdiensten. Die weltlichen Feiern waren meist in den Gasthäusern und Sälen des Ortes. Leider haben im Zuge der Zeit alle möglichen Volks- und Vereinsfeste die Kerb ganz in den Hintergrund gedrängt. Nur noch in einigen Vereinsheimen findet am Kerbmontag ein Frühschoppen statt. Seit dem Ende des 20. Jahrhundert veranstalteten die Urbomber, ein Ortsverein der aus den Kerbborsche 1980 entstanden ist, eine Zeltkerb am Münsterer Dalles. Hier wurde über die Kerbtage ein buntes Programm geboten und versucht die Tradition der "Minsderer Kerb" hochzuhalten. Die Urbomber haben sich mittlerweile als Kerbausrichter zurückgezogen. In Zukunft wird der neugegründete Kerbverein, dessen Gründungsmitglieder aus Kerbborsche 06 und Urbombern besteht, die Kerb am Dalles auszurichten.
Ganz besonders war zu begrüßen, dass sich im Jahre 2006 eine stattliche Zahl von jungen Burschen zusammengefunden hat, um nach zehnjähriger Abstinenz, die Kerbborsche 06 zu stellen. Damit wurde in Münster eine vergessene Kerbtradition wieder erweckt. Auch 2007 und seit 2009 wurde diese Tradition jährlich mit Münsterer Buwe fortgesetzt. Wir sind uns sicher, dass sich auch in Zukunft traditionsbewusste Münsterer finden, die das Fest der Feste feiern wollen. Wir vom Kerbverein hierzu eine gute Plattform und die nötige Unterstützung.
Mit einem "Wemm ist die Kerb …" verbleibe ich
Dieter "Hop-Hop" Schneider
Vorsitzender Kerbverein Münster e.V.
und Kerbborsch 1980
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